Mit der ersten Versteigerung nationaler Emissionszertifikate (nEZ) im Jahr 2026 ist der nationale Emissionshandel in Deutschland in die Auktionsphase übergegangen. Nach den vorliegenden Auktionsergebnissen lag der Zuschlagspreis bei 65,00 EUR/nEZ. Die zugeteilte Menge betrug 21,34 Mio. nEZ, die Gesamtgebotsmenge 291,71 Mio. nEZ. Daraus ergab sich eine durchschnittliche Zuteilungsrate von 7,32 %.
Die Ergebnisse zeigen, dass der Marktstart im nEHS 2026 auf ein hohes Interesse getroffen ist. Gleichzeitig verdeutlicht die Auktion, dass der gesetzlich vorgesehene Preiskorridor nicht nur formal besteht, sondern für die Marktteilnehmer bereits in der ersten Auktionsrunde praktisch relevant ist.
Für Unternehmen im nationalen Emissionshandel ist 2026 ein wichtiges Übergangsjahr: Nach der Festpreisphase der Jahre 2021 bis 2025 werden nEZ nun im Preiskorridor von 55 bis 65 EUR/tCO₂ versteigert. Damit bleibt das deutsche System zunächst noch regulatorisch eingehegt, bevor mit dem Übergang zum EU-ETS 2 ein stärker marktbasiertes System greift.
Zugleich wurde der Start der Regelphase des EU-ETS 2 um ein Jahr verschoben. Statt 2027 soll die Abgabepflicht nun ab 2028 beginnen. Für Deutschland bedeutet das, dass die Übergangsphase im nEHS verlängert wird. Der Preiskorridor bleibt damit auch 2027 relevant, bevor nach dem Übergang zum ETS 2 die bisherigen nationalen Preisgrenzen entfallen.
Für betroffene Unternehmen unterstreicht die erste Auktion, wie wichtig eine frühzeitige Einordnung von Beschaffungsstrategie, Registerprozessen, Berichtspflichten und regulatorischen Schnittstellen zwischen nEHS und ETS 2 ist.

